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3. Jahr [2008/2009]


Die Evolution des religiösen Bewusstseins in der Musik – von Bach bis Wagner

Der Weg des Menschen zwischen Gottheit und Welt durchmisst im Zeitverlauf verschiedene Stadien in der Art einer U – förmigen Bewegung, einer Parabel.

Es ist zunächst ein langsamer Abstieg, eine Entfernung, ein selbständig Werden. Dann, im Tiefpunkt beginnt ein Rückweg mit den erworbenen Kräften der Selbständigkeit.

In der Tonsprache beschreibt die Einstimmigkeit die große Einheit des Menschen mit dem Göttlichen – In der Mehrstimmigkeit wird ein Standpunkt dem Gotte gegenüber erreicht. Es herrscht eine Quint-Stimmung, die Quinte als Raum des Menschen, dieser Raum wird schon überschritten bei der Sexte – Sexte der Sehnsucht (nach etwas, was außerhalb des eigenen Raumes liegt). Angefüllt wird der Quintraum um 1600 mit der Terz im Sinne des Dreiklangs. So erhält das Eigen-Seelische gegenüber dem Göttlichen einen deutlichen Ausdruck.

Bei BACH können wir noch weitgehend eine ungebrochene Geborgenheit im Göttlichen erlauschen: die Betonung des Rhythmus liegt immer auf der Eins und der Lauf des Rhythmus hat oft eine Konstanz, gleich einem fliegendem Pfeil; erst zum Abschluss gestaltet sich ein Bogen, der den Flug beendet.

MOZART „wagt“ es, mit einem gewissen Eigenwillen gegen die „Eins“ anzugehen, er beginnt die „Ordnung“ zu verlassen. Diesen Weg geht mit großer Wucht BEETHOVEN. Man erlebt das Ringen mit den göttlichen Kräften und man kann bemerken, daß er über die Welt der kirchlichen Messe hinausschreitet, wenn es um den Ausdruck von Religiosität geht und sich dem aus menschlicher Moralität gefundenen Ideal zuwendet (9. Symphonie: „Überm Sternenzelt muß ein lieber Vater wohnen“).

In Richard WAGNERs „Parsifal“ wird ein ungeheurer Schritt getan und musikalisch ausgedrückt, denn es wird deutlich, daß der Mensch nicht nur Erlösung erhält von Seiten des Göttlichen, sondern daß er selber Erlösungskräfte erwirbt (Parsifal gegenüber Kundry und Amfortas), ja daß der Mensch sogar die „Erlösung des Erlösers“ bewirken kann. Durch eine Läuterung seiner Handlungsweise ist es möglich, Aufgaben zu bewältigen, die dem Göttlichen ähnlich sind. Dies wäre der Anstieg, um auf neue Weise zum Göttlichen zurückzukehren.

César FRANCK ist von Geburt Deutsch-Belgier (aus Lüttich/Liège), hat sich dann in Paris niedergelassen und gilt als der größte französische Orgelmeister. Seine Kompositionen sind von religiösen Themen und Visionen geprägt. Der Klavierzyklus „Prélude, Coral et Fugue, dessen Glockenmotiv direkt von Wagners „Parsifal“, den er in Bayreuth erlebt hatte, entlehnt ist, verbindet in genialer Weise Virtuosität, Klanglichkeit und kontrapunktische Meisterschaft.

Flyer

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Programmheft

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